Angesichts des heutigen Datums – an dem in Japan Mädchen den Jungen Schokolade schenken – möchte ich einmal keinen eigene Gedanken schreiben, sondern einen recht alten aus der Mottenkiste hervorkramen.

Der Valentinstag – der, wie wohl bekannt sein sollte, nichts mit dem Münchener Originasl Karl Valentin zu tun hat – wird schon seit mehr als tausen Jahren in der einen oder anderen Form begangen – vor allem in der deutsch- und englischsprachigen westlichen Welt, sowie eben in Japan und Korea. Zu diesem Fest haben viele Dichter uns Klempn Denker Gedichte und andere Literatur geschrieben.

Einer dieser Dichter und Denker, und ein ganz großer Klassiker, ist Geoffrey Chaucer, dessen Gedicht The Parlement of Foules (so oder ähnlich geschrieben – man achtre damals noch nicht auf Orthografie) eines der ältesten Valentinstagsgedichte sein dürfte.

Ich zitiere hier einmal nur die ersten paar Strophen – das alte Englisch ist auch für Kenner manchmal nur schwer zu lesen…

THE PARLEMENT OF FOULES.

The Proem.

The lyf so short, the craft so long to lerne,
Thassay so hard, so sharp the conquering,
The dredful Ioy, that alwey slit so yerne,
Al this mene I by love, that my feling
Astonyeth with his wonderful worching
So sore y-wis, that whan I on him thinke,
Nat wot I wel wher that I wake or winke.

For al be that I knowe not love in dede,
Ne wot how that he quyteth folk hir hyre,
Yet happeth me ful ofte in bokes rede
Of his miracles, and his cruel yre;
Ther rede I wel he wol be lord and syre,
I dar not seyn, his strokes been so sore,
But God save swich a lord! I can no more.

Of usage, what for luste what for lore,
On bokes rede I ofte, as I yow tolde.
But wherfor that I speke al this? not yore
Agon, hit happed me for to beholde
Upon a boke, was write with lettres olde;
And ther-upon, a certeyn thing to lerne,
The longe day ful faste I radde and yerne.

Jedem, der sich von diesem Auszug niocht abschrecken lässt, sei der Originaltext bei Projekt Gutenberg ans Herz gelegt.